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Auf dem Bild: Udo Lielischkies
Überschrift
„Im Schatten des Kreml“: Lesung mit Udo Lielischkies im THG – Ausstellungseröffnung im Rathaus 
Datum
23.10.2021
Meldung

Am Freitag, den 29. Oktober 2021, eröffnet der ehemalige Leiter des ARD-Studios in Moskau, Udo Lielischkies, gemeinsam mit Bürgermeister Marcel Mittelbach um 16.30 Uhr im Waltroper Rathaus die Ausstellung „Post-sowjetische Lebenswelten“ (Eintritt frei, 3G-Regeln). Es handelt sich um eine Plakat-Ausstellung der Bundesstiftung für Aufarbeitung der SED-Diktatur. Udo Lilischkies ist am selben Abend im Rahmen einer Lesung im Theodor-Heuss-Gymnasium zu Gast. Sein Buch „Im Schatten des Kreml - Unterwegs in Putins Russland“ beschäftigt sich mit der Politik des Kreml und dem Leben der Menschen in Russland (19.30 Uhr, THG, VVK: 8,- Euro bei der VHS, AK: 10,- Euro, 3G-Regeln, Anmeldung unter Tel. 02309 96260). 

Bevor Udo Lielischkies um 19:30 Uhr im Theodor-Heuss-Gymnasium zu Gast ist, eröffnet er um 16:30 Uhr zusammen mit Bürgermeister Marcel Mittelbach die Ausstellung „Post-sowjetische Lebenswelten - Gesellschaft und Alltag nach dem Kommunismus“ im Rathaus Altbau. 

Die Plakat-Ausstellung wurde von der Bundestiftung für Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Internetplattform dekoder.org herausgegeben und ihr Ausgangspunkt ist das Ende der Sowjetunion im Dezember 1991. 

Ausstellung „Post-sowjetische Lebenswelten - Gesellschaft und Alltag nach dem Kommunismus“

Die Schau widmet sich dem historischen Wandel, den die fünfzehn Nachfolgestaaten seitdem durchlaufen haben. Geographisch reicht der Blick damit von Osteuropa über den Kaukasus bis nach Zentralasien. Er schließt Staaten ein, deren Größe und Einwohnerzahl, Nationalgeschichte und kulturelle Prägungen, aber auch wirtschaftliche Ausgangspositionen kaum unterschiedlicher sein könnten. Umso eindrücklicher sind die Gemeinsamkeiten, die den Alltag dieser Gesellschaften vor allem in den 1990er Jahren prägten. 

Die Ausstellung wirft Schlaglichter auf den sozialen Ausnahmezustand jenes Jahrzehnts, in dem die Menschen den Härten des Staatszerfalls und einem Markt ohne Recht ausgeliefert waren. Sie nimmt die Lebensverhältnisse in den Blick und macht die Wanderungsbewegungen sichtbar, die Menschen auf der Suche nach Arbeit und Wohlstand die Heimat verlassen ließen. Der Raubzug der Mafia und die Selbstbereicherung früherer Funktionäre, die das Staatseigentum privatisierten, sind ebenso Themen, wie die ethnischen Konflikte und regionalen Kriege, die häufig mit dem russischen Hegemoniestreben verbunden waren und sind. 

Die Plakat-Schau zeigt außerdem, wie mit Geschichte aber auch mit Religion Politik gemacht wird, wie der demokratische Aufbruch gelang, aber auch wie neue Autokratien entstanden. Medien- und Öffentlichkeit, Konsum- und Popkultur, ökologische Altlasten, die Frauenemanzipation sowie bemerkenswerte Fortschritte im Bereich der Digitalisierung werden ebenso auf den 20 Ausstellungstafeln dargestellt. 

Die Ausstellung ist bis zum 30. November 2021 zu den normalen Öffnungszeiten im Rathaus zu sehen. Nach der Eröffnung am Freitag den 29. Oktober 2021, ist Udo Lielischkies um 19.30 Uhr im Rahmen einer Lesung im Theodor-Heuss-Gymnasium zu Gast. 

Vortrag, Lesung, Diskussion: „Im Schatten des Kreml - Unterwegs in Putins Russland“ 

Udo Lielischkies kennt Russland wie nur wenige. Seit Wladimir Putin 1999 an die Macht kam, berichtete er für die ARD aus dem riesigen Land. In seinem jüngsten Buch „Im Schatten des Kreml - Unterwegs in Putins Russland“ schreibt er über die Politik des Kreml, das Leben in der atemlosen Metropole Moskau, vor allem aber mit viel Empathie über beeindruckende Menschen in den Weiten der russischen Provinz: Den kämpferischen Landarzt im Ural, den todesmutigen Reporter in Togliatti, die Bauern im südlichen Krasnodar, denen Agrarkonzerne die Ernte stehlen und den gefangenen Soldaten im Tschetschenienkrieg. 

„Im Schatten des Kreml“ ist ein bestechender, authentischer Blick auf das heutige Russland. Aus vielen kleinen Details und ihren Zusammenhängen entsteht ein authentisches Bild des Landes. „Udo Lielischkies verbindet aufrechte Zuneigung den russischen Menschen und ihrer Kultur gegenüber mit Kritik am autoritären Regime - und beides begründet er glaubhaft“, schreibt Viktor Jerofejew. 


ZUR PERSON: UDO LIELISCHKIES

Udo Lielischkies, geboren 1953 in Köln, war seit 1980 für den WDR tätig. 1994 wurde er Korrespondent im ARD-Studio Brüssel, welchelte 1999 nach Moskau und 2006 nach Washington. 2012 kehrte er nach Moskau zurück und war dort von 2014 bis 2018 ARD-Studioleiter. Seine Filme erhielten drei Nominierungen für den Deutschen Fernsehpreis, weitere für Festivals in New York, Moskau und Monte Carlo. „Mein Herz“, so Lielischkies, „hängt an den stillen russischen Helden, die niemand im fernen Moskau kennt. Fast nie enden ihre Geschichten mit einem Triumph der guten Sache. Fast immer behalten zynische Geschäftsleute, Lokalpolitiker, Geheimdienstler, Richter oder Staatsanwälte die Oberhand.“ 


VERANSTALTUNGSINFO 

Bei beiden Veranstaltungen erfolgt der Einlass im Sinne der sogenannten 3-G-Regel (genesen, geimpft, getestet), d.h. unter Nachweis eines maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Schnelltests, des vollständigen Impfschutzes oder der Genesung. Die Teilnahme an der Ausstellungeröffnung (Rathaus Altbau, 29.10.2021, 16:30 Uhr) ist gebührenfrei, der Eintritt zur Lesung (THG, 20.10.2021, 19:30 Uhr) kostet an der Abenkasse 10,- Euro, im Vorverkauf über die VHS 8,- Euro. Um eine Anmeldung unter Tel. 02309 96260 wird gebeten. Weitere Informationen zum Vortragsabend und zur Ausstellung gibt es auf der Website der Volkshochschule Waltrop


Auf dem Bild: Udo Lielischkies. Text im Bild: VHS, Vortrag. Foto: © Ekaterina Lielischkies / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)